Formationen
Formationen sind in der militärischen Fliegerei ein fester Bestandteil aller Operationen. Sie dienen keinesfalls rein optischen Aspekten, sondern verfolgen immer das Ziel die eigenen Kräfte zu stärken und ihnen einen Vorteil gegenüber dem Gegner zu verschaffen. Durch die Wahl der passenden Formation können Hubschrauber optimal auf verschiedene Einsatzszenarien reagieren, sei es im Angriff, bei der Aufklärung oder während Transportaufträgen.
In der 193rd Combat Aviation Brigade konzentrieren wir uns auf die für uns wesentlichsten Formationen. Jede Formation besitzt eigene Regeln und taktische Hintergründe und folgt somit einer gewissen Komplexität, die zwangsläufig Trainingsaufwand mit sich bringt. Durch die Reduzierung von unterschiedlichen Formationen versuchen wir die Ausbildungsbelastung zu reduzieren und dennoch ein möglichst realitätsnahes Spielerlebnis zu erreichen.
Grundsätze von Formationen
Damit Formationen dazu genutzt werden können sich einen Vorteil zu verschaffen, müssen immer zwei Grundsätze erfüllt sein. Ist einer dieser beiden Grundsätze nicht mehr erfüllt, bricht der Grundgedanke einer jeden Formation zusammen und die Formation bietet keinen Vorteil mehr für die Piloten. Aus diesem Grund ist es von essentieller Bedeutung, dass sich jeder Pilot der beiden fundamentalen Grundsätze von Formationen bewusst ist, damit diese zu jeder Zeit eingehalten werden.
Integrity
Das Grundprinzip der Integrität oder englisch Integrity meint die Aufrechterhaltung der Formation unter möglichst allen Umständen.
Die Formation ist immer dann in Takt, wenn sich alle Hubschrauber der Formation auf den ihnen zugewiesenen Positionen befinden und durch ihre Flugposition in der Lage sind, die ihnen zugewiesenen Aufgaben zu erfüllen.
Durch die Aufrechterhaltung der Integrität wird es der Formation möglich als eine Einheit zu agieren und nicht mehr wie einzelne Hubschrauber.
In einer intakten Formation sind zum Beispiel Blickwinkel nahezu identisch, Entfernungen zu Zielpunkten sind von allen Helikoptern aus praktisch gleich und es bedarf nur noch einer einheitlichen Routenplanung anstatt vieler einzelner. Außerdem können unterschiedliche Aufgaben des Mutual Support nur dann ausgeführt werden, wenn die Formation intakt ist, da diese Aufgaben davon ausgehen, dass jeder Pilot einen bestimmten Blickwinkel aus oder auf die Formation hat.
Mutual Support
Mutual Support meint die Kooperation der einzelnen Piloten innerhalb der Formation. Während ein einzelner Pilot nur ein eingeschränktes Spektrum an Aufgaben zeitgleich übernehmen kann, können diese Aufgaben innerhalb einer Formation auf mehrere Piloten verteilt werden, wodurch mehr Aufgaben in kürzerer Zeit erledigt werden können.
Durch dieses Vorgehen sinkt zum einen die operative Belastung jedes einzelnen Piloten, die Fähigkeiten der Formation wachsen jedoch.
Eine klassische Mutual Support Aufgabe ist zum Beispiel die Aufteilung der Sicherungsbereiche auf mehrere Piloten. Jeder Pilot überwacht also nur noch einen kleinen Teil der Umgebung, während die restlichen Bereiche von den anderen Mitgliedern der Formation abgesichert werden. Hierdurch ist der Bereich, den jeder einzelne Pilot überwachen muss, deutlich kleiner. Auf diese Weise ist eine schnellere Reaktion möglich, wenn es zu einem Kontakt kommt. Der Sicherungsbereich der gesamten Formation behält aber durch die Summe aller Sicherungsbereiche der einzelnen Piloten die gleiche Größe, wodurch keine Nachteile für die gesamte Formation entstehen.
Generell lässt sich festhalten, operieren Hubschrauber in einer Formation zusammen, muss jeder Pilot sich darauf einlassen, dass er mit seinem Luftfahrzeug nicht mehr als Einzelner handelt, sondern als Teil einer Einheit. Sobald eine Formation gebildet wurde, agiert diese gemeinsam, ganz so, als wenn es sich um ein Fahrzeug handeln würde, in dem mehrere Besatzungsmitglieder benötigt werden. Steigt eines dieser Besatzungsmitglieder „aus“, und verlässt dieses imaginäre Fahrzeug oder hört auf seine Aufgaben zu erledigen, reduziert sich zwangsweise die Einsatzfähigkeit des gesamten Fahrzeugs. Im schlimmsten Fall sogar soweit, dass dieses Fahrzeug vollkommen nutzlos wird.
Aufbau von Formationen
Formationen folgen innerhalb der 193rd Combat Aviation Brigade immer dem gleichen Aufbau.
Eine Formation wird aus mindestens zwei Helikoptern gebildet und kann auf bis zu vier Hubschraubern anwachsen. Eine solche Formation nennt man ein Platoon, wobei jeweils die ersten und zweiten zwei Hubschrauber eines Platoons ein Team bilden.
Bilden mehr als vier Hubschrauber eine gemeinsame Formation, bezeichnen wir dies in der 193rd Combat Aviation Brigade als Multi-Formation-Flight. In diesem Fall bilden mehrere Formationen miteinander eine Formation und es ist die Aufgabe des jeweiligen Platoon Leaders in Formation zum voraus fliegenden Platoon zu fliegen. Die Hubschrauber des folgenden Platoons folgen dann wie gewöhnlich dem eigenen Platoon Leader in der abgestimmten Formation.
Rollen innerhalb einer Formation
*Darstellung eines Multi-Formation-Flight mit allen Rollen
#1 Mission Leader
Der Mission Leader hat eine Doppelposition innerhalb von Formationen und ist nur vorhanden, wenn mehr als ein Platoon eine gemeinsame Formation bilden.
Der Mission Leader ist immer auch der Platoon Leader des Platoons, dass die Formation anführt. Er hat das Kommando über alle an der Formation (bzw. Mission) beteiligten Platoons und kommuniziert direkt mit den Platoon Leadern der Platoons, die zur Formation (bzw. Mission) gehören. Löst sich die Formation wieder in einzelne Formationen auf, gibt der Mission Leader seine Entscheidungsgewallt an die Platoon Leader der einzelnen neuen Formationen ab.
Trennt sich eine Formation in eine neue Multi-Formation-Mission, wird automatisch der Platoon Leader des führenden Platoons dieser neuen Formation zum Mission Leader.
#2 Platoon Leader
Der Platoon Leader führt und befehligt die Hubschrauber eines Platoons, also bis zu 4 Hubschrauber.
Der Platoon Leader hat hierbei die volle Entscheidungsgewallt über sein eigenes Platoon bei der Erfüllung des ihm gegebenen Auftrags.
Der Platoon Leader kann Aufgaben innerhalb des eigenen Platoons vergeben, die Einsatzplanung frei gestalten und jede Entscheidung Treffen, die nicht gegen den ausdrücklichen Auftrag der Operationsleitung verstößt.
Den Anweisungen des Platoon Leaders ist durch alle Mitglieder des Platoons nachzukommen.
Sollten zwei Platoon Leader bei einem gemeinsamen Task gemeinsam Entscheidungen treffen müssen, wird durch die Einsatzleitung klar kommuniziert welcher Platoon Leader als Formation Leader fungiert und damit die finale Entscheidungskompetenz hat.
#3 Team Leader
Der Team Leader ist der Stellvertreter des Platoon Leaders innerhalb eines Platoons und fliegt in der Regel auf Position drei eines Platoons. Der Team Leader übernimmt das Kommando über das Platoon, wenn der Platoon Leader ausfallen sollte, oder immer dann wenn sich ein Platoon in zwei Teams aufteilt.
Im Falle einer Aufteilung übernimmt der Team Leader die volle Entscheidungsgewalt über sein Team, sofern seine Entscheidungen nicht dem vom Platoon Leader gegebenen Auftrag zuwider laufen.
Schließt sich ein Team nach der Aufteilung wieder seinem Platoon an, übernimmt automatisch wieder der Platoon Leader die Führung über das gesamte Platoon.
#4 Wingman
Der Wingman ist die Rolle mit der geringsten Führungslast innerhalb einer Formation.
Während sich die anderen Rollen neben ihrer Tätigkeit als Co-/Pilot auch noch auf die taktische Führung der Formation konzentrieren müssen, steht dem Wingman seine gesamte Aufmerksamkeit den typischen Aufgaben im Cockpit zur Verfügung. Aufgrund dieses Fokus sind es häufig die Wingman, die beim Spotting oder während Angriffen die ausführende Rolle übernehmen. Dadurch, dass diese Aufgaben dem Wingman übertragen werden, kann sich darauf konzentriert werden, während Platoon- oder Teamleader ihren Fokus mehr auf die Führungsaufgaben legen können.
Wahl der Formation
Die Formation gibt für jedes Platoon eine Reihe von Vorteilen und Einschränkungen vor. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, sich möglichst immer in der am besten zur Situation passenden Formation zu bewegen.
Mal kommt es auf Feuerkraft an, mal auf eine möglichst große Verschleierung der Angriffsstärke und ein anderes mal auf eine möglichst hohe Geschwindigkeit.
Der Platoonleader oder der Teamleader sind verantwortlich dafür das Platoon stets die passendste Formation einnehmen zu lassen.
Die drei wesentlichsten Aspekte bei der Wahl der Formation sind:
Geschwindigkeit
Der erste Faktor im Flug, der durch die Formation beeinflusst wird ist die Geschwindigkeit, mit der sich die Helikopter bewegen können.
Während Formationen wie die Line eine permanente Sicht zur Seite erfordern und aufgrund der Verteilung der Helikopter negativ von Gelände beeinflusst werden, sind Formationen wie das Echolon eher dazu geeignet sich mit hoher Geschwindigkeit zu bewegen.
Da Geschwindigkeit für jeden Hubschrauber gleichzeitig auch Schutz bedeutet, weil er in der Bewegung mit hoher Geschwindigkeit schwerer zu treffen ist, muss stets abgewogen werden, welche Formation zur benötigten Geschwindigkeit passt.
Last but not least gibt die Geschwindigkeit offensichtlich vor, wie schnell Gefahrenbereiche durchflogen werden können. Vor diesem Hintergrund ist bei der Formationswahl immer im Voraus abzuwägen, welches Ziel während des Fluges erreicht werden soll.
Sichtbarkeit
Sichtbarkeit ist ein oft vergessener oder vernachlässigter Aspekt bei der Formationswahl.
Bei der Sichtbarkeit geht es zum einen um die Fähigkeit des Platoons sich in und hinter Deckung zu verbergen, wozu es in der Lage sein muss flexibel zu manövrieren. Zum anderen bildet aber auch die Formation selbst bereits einen Sichtschutz. Fliegt ein Platoon im Trail auf ein Ziel zu, ist es für den Gegner fast unmöglich zu bestimmen, ob zwei oder vier Hubschrauber auf ihn zukommen.
Diesen Umstand kann und sollte sich jeder Platoon- und Teamleader zu nutzen machen, um das Risiko beim Anflug auf ein Ziel so gering wie möglich zu halten.
Idealerweise wechselt das Platoon immer erst in dem Moment in eine offensive Formation, wenn der Angriff unmittelbar bevorsteht und nutzt vorher solange wie möglich eine Formation, die eine weniger gute Sichtbarkeit bietet.
Feuerkraft
Der Engine Start ist auch bei modernen Helikoptern ein heikler Moment. Aus diesem Grund beobachten die Piloten während dieses Vorgangs sowohl die Kontrollanzeigen ihrer Engines, als auch die Anzeigen ihrer Treibstoffzufuhr. Sollte es zu Problemen kommen, ist so schnelles handeln möglich.
Sobald die Engines erfolgreich auf Idle hoch gefahren sind, melden die Piloten an den Platoon Leader „Two, Engines on Idle„
Sobald alle Helikopter gemeldet haben, dass sie die Engines gestartet haben, fordert der Platoon Leader das Platoon auf die Engines voll hoch zu fahren. Dies geschieht mit dem Aufruf „Saber-1, all Engines up“ sobald alle Engines hochgefahren sind, melden die Piloten sich für den Taxi bereit zurück „Two, ready to taxi„
Arten von Formationen
In der militärischen Taktik spielt die Art und Weise, wie sich Truppen auf dem Schlachtfeld oder auf dem Marsch formieren, eine entscheidende Rolle.
Formationen sind nicht nur eine Frage der Ordnung oder Disziplin, sondern vor allem ein Instrument zur Kontrolle, Kommunikation, Sicherheit und Effektivität einer Einheit. Sie bestimmen, wie sich Soldaten oder Fahrzeuge bewegen, wie sie miteinander interagieren und wie sie auf Bedrohungen reagieren.
Grundsätzlich lassen sich Formationen in zwei Hauptkategorien einteilen: On-Route-Formationen und Combat-Formationen. Diese beiden Typen unterscheiden sich in ihrem Zweck, ihrer Struktur und ihrer Anwendung, bilden jedoch gemeinsam das Rückgrat jeder militärischen Bewegung und Gefechtsführung.
ON Route Formationen
On-Route-Formationen, zu Deutsch auch Marschformationen genannt, werden genutzt, wenn sich eine Einheit auf dem Weg zu einem Ziel befindet, ohne dass unmittelbarer Feindkontakt erwartet wird. Das Hauptziel dieser Formationen besteht darin, die Bewegung effizient, sicher und geordnet zu gestalten. Dabei gilt es, das Risiko von Überraschungsangriffen zu minimieren, den Überblick zu behalten und gleichzeitig eine schnelle Reaktion zu ermöglichen, falls sich die Lage plötzlich ändert.
Typischerweise orientieren sich On-Route-Formationen an Faktoren wie Gelände, Sichtverhältnissen, Bedrohungslage und Geschwindigkeit. In offenem Gelände kann eine breitere Formation gewählt werden, die eine gute Übersicht ermöglicht, während in urbanem oder bewaldetem Gebiet eine engere Formation bevorzugt wird, um die Kontrolle zu behalten.
Echolon
Im Echolon fliegen die Luftfahrzeuge diagonal zueinander versetzt. Auf diese Weise bietet das Echolon sowohl eine akzeptable Manövrierfähigkeit, eine gute Fluggeschwindigkeit und solide Eigenschaften im Kampf. Aufgrund dieser Ausgewogenheit bildet das Echolon die Standard Formation der 193rd Combat Aviation Brigade.
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on point summary
Geschwindigkeit
Manövrierfähigkeit
Deckung
Kampfkraft
Flexibilität
||||||||||||||| 75%
|||||||||| 50%
|||||||||| 50%
||||||||||||||| 75%
|||||||||| 50%
Trail
Im trail fliegen die Luftfahrzeuge in Linie hintereinander. Auf diese Weise bietet der Trail eine optimale Verschleierung der Angriffsstärke wenn man von vorne auf die Formation blickt. Im Gegenzug ist die Manövrierfähigkeit leicht und die Kampfkraft sehr stark eingeschränkt.
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on point summary
Geschwindigkeit
Manövrierfähigkeit
Deckung
Kampfkraft
Flexibilität
|||||||||||||||||||| 100%
||||||||||||||| 75%
||||||||||||||| 75%
||||| 25%
||||| 25%
Staggered Trail
Im Staggered-Trail fliegen die Luftfahrzeuge in zwei Trails, die sich zueinander in einem Echolon befinden. Es ergeben sich also zwei Linien, die leicht diagonal zueinander versetzt sind. Der Staggered Trail bietet die optimale Möglichkeit viele Hubschrauber auf wenig Raum zu bewegen. Dieser Vorteil geht jedoch zu lasten von Manövrierfähigkeit und Kampfkraft.
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on point summary
Geschwindigkeit
Manövrierfähigkeit
Deckung
Kampfkraft
Flexibilität
||||||||||||||| 75%
||||| 25%
||||||||||||||| 75%
||||| 25%
||||| 25%
Combat Formationen
Sobald Feindkontakt besteht oder unmittelbar bevorsteht, ändern sich die Anforderungen an die Formationen unserer Luftfahrzeuge dramatisch. In diesem Moment wird aus einer Marschformation eine Combat-Formation, also eine Gefechtsformation. Während in der Bewegung, Effizienz und Übersicht im Vordergrund stehen, zählen im Kampf vor allem Feuerkraft, Deckung und taktische Flexibilität.
Combat-Formationen sind so gestaltet, dass sie den Piloten der 193rd Combat Aviation Brigade die bestmöglichen Voraussetzungen geben, den Feind zu bekämpfen, sich gegenseitig zu unterstützen und Verluste zu minimieren.
Combat Trail
Der Combat Trail ist die Eierlegende-Woll-Milch-Sau der Formationen. Keine andere Formation vereint so viele positive Aspekte in sich wie diese. Allerdings erkauft sich der Combat Trail diese Vorteile durch ein extrem hohes Maß an Eigenverantwortung der Piloten, denn in keiner anderen Formation gibt es weniger restriktive Regeln als im Combat Trail.
Geflogen wird der Combat Trail in einer flexiblen Formation, in denen jeder Pilot selbst über seine Position entscheidet. Vom klassischen Trail, über ein Echolon bis hin zu V- oder Diamant-Formationen können im Combat Trail eine Vielzahl von Mustern entstehen.
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on point summary
Geschwindigkeit
Manövrierfähigkeit
Deckung
Kampfkraft
Flexibilität
|||||||||||||||||||| 100%
|||||||||||||||||||| 100%
||||||||||||||| 75%
||||||||||||||| 75%
|||||||||||||||||||| 100%
Line Abreast
Im Echolon fliegen die Luftfahrzeuge diagonal zueinander versetzt. Auf diese Weise bietet das Echolon sowohl eine akzeptable Manövrierfähigkeit, eine gute Fluggeschwindigkeit und solide Eigenschaften im Kampf. Aufgrund dieser Ausgewogenheit bildet das Echolon die Standard Formation der 193rd Combat Aviation Brigade.
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Geschwindigkeit
Manövrierfähigkeit
Deckung
Kampfkraft
Flexibilität
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||||| 25%








